Kinderkirchentag in Bergwitz
alexander | Text, Video22 Apr 2012
BERGWITZ – Auch der Kinderkirchentag stand diesmal unter dem Jahresmotto der Lutherdekade: “Reformation und Musik”. Gut 200 Kinder waren am Samstag dem Ruf des Kirchenkreises nach Bergwitz gefolgt. “Die Tendenz ist steigend”, berichtet Dorothea Kiffner, die Referentin für die gemeindliche Arbeit mit Kindern und Familien sichtlich stolz über das Programm, das ihre zwölf Mitarbeiter und viele Ehrenamtliche und Eltern auf die Beine gestellt haben.
“Mehr Bezug zum Thema als in den Vorjahren” bescheinigte denn auch ein Besucher der Veranstaltung. An den zehn Stationen galt es für die kleinen Besucher, ein ganz persönliches Lied zusammenzustellen. Für das Absolvieren der Workshop-Angebote gab es jeweils eine Note in den Besucherpass – am Ende also ein ganz individuelles Klangstück. “Musik ist ein Geschenk Gottes”, wusste auch Luther alias Bernhard Naumann motivierend in seiner Ansprache beim Mittagessen einzubringen. Mit seinem Schauspielersohn Hans begleitete er das bunte Treiben, das morgens mit einer gemeinsamen Andacht in der übervollen Bergwitzer Kirche begonnen hatte.
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Danach konnten sich die kleinen Kirchgänger auf dem riesigen Gelände des ehemaligen Bergwitzer Pfarrhauses verteilen – die neuen Mieter hatten sich vorausschauend in den Urlaub davongemacht.
Ruhig ging es nämlich mitnichten zu – nicht nur, dass ständig das rhythmische Dröhnen der Trommeln unter der Anleitung des kubanischen Drum-Lehrers Orlando Garcia den Hof erfüllte, auch beim Tanz-Workshop und der Musical-Probe ging es zwar schön, aber eben auch laut zur Sache. Im Hinterhaus, beim Basteln und Stempeln, erfüllte dagegen mehr das Geschnatter der kleinen Handwerker den Raum, die unter Anleitung von Christiane Boos eigene Bücher mit Ledereinband herstellten. Im weitläufigen Garten gab es dann aber auch Platz zum Toben, Balancieren und Trampolin-Springen. Wem das zu hektisch wurde, der ging hinter die nächste Hecke. An der Malstation von Adelheid Ebel glänzten die frischen Farben auf den Staffeleien. Ein Bild zu Luthers Lied “Vom Himmel hoch, da komm ich her” galt es unter einem strahlend blauen Exemplar desselben zu malen. So zeigten die Maler, was wäre, wenn Engel heute unter uns herumliefen. Jannes schuf einen, der hilft, den Drachen aus dem Baum zu befreien – und mit Katharina und Christine wurde sogar der göttliche Funke auf der Nasenspitze des Motivs sichtbar. Wer dann gegen Nachmittag zurück zur Kirche schlenderte, hörte exotisches aus dem alten Gotteshaus. Mit einem Didgeridoo, dem traditionellen Holzblasinstrument der australischen Ureinwohner, lockte Jörg Dahms die jungen Leute zum bewussten Atmen. “Da denkt man, das geht alles automatisch, aber nach einer Runde Scheuchen atmet man automatisch ganz bewusst”, erzählte der Wittenberger Instrumentenbauer lachend. Nach der Abschlussandacht wurde es noch einmal sportlich. Die La-Ola-Welle im Kreis aus 250 Teilnehmern ging einmal um die ganze Kirche.
Der Kinderkirchentag findet jedes Jahr unter Federführung des Kirchenkreises statt. Auch Konfirmanden machen mit. Erkennbar an einem gelben Tuch halfen sie an der Essenausgabe und den Stationen und wirkten in Workshops mit. Die Motivation der jungen Assistenten stärkt die neue Ki-Mi-Card. Elf Teenager erhielten diese “Kinder-Mitarbeiter-Karte” bei der Abschlussandacht von Dorothea Kiffner.
Den Originalartikel gibt es bei www.mz-web.de/wittenberg
Tags: Bergwitz, Freizeit, Kemberg, Kinder, Kirche, Kirchentag, Luther, Reformation, Religion



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