Wartung sorgt für Gästeminus
alexander | Text10 Mai 2012
GRÄFENHAINICHEN/MZ. “Mit dem Betreiber gehen wir sicher nicht baden”, sagte Christel Lück (Linke) bei der Sitzung von Kultur- und Wirtschaftsausschuss. Es ging um den Betriebsbericht der Schwimmhalle für 2011. Trotz rückläufiger absoluter Zahlen zeigten sich Holger Reinsch, der Midewa-Projektleiter, und die Niederlassungsleiterin Catrin Janke zufrieden. “2011 kamen zwar mit 38 500 Besuchern etwa 2 000 Besucher weniger, aber das lag vor allem an den 30 außerplanmäßigen Wartungstagen”, erklärt Janke.
Umgerechnet auf die durchschnittlichen täglichen Besucherzahlen sei die Zahl der Badegäste konstant. “Und das ist umso bemerkenswerter, da wir ursprünglich von einer Schrumpfung von einem Prozent pro Jahr ausgegangen sind und durch die Neueröffnung der Schwimmhalle in Piesteritz auch Konkurrenz in der unmittelbaren Nachbarschaft wieder da ist”, sagt Reinsch. Grund für die längere Schließung im vergangenen Jahr seien Verzögerungen bei der Bewilligung eines Fördermittelantrages gewesen, dann auch noch verschärft durch eine Havarie im Bad. Und dass nicht alles technisch optimal im Volksschwimmbad läuft, gibt Reinsch dann auch unumwunden zu. In der Ultrafiltrationsanlage sind seit August 2011 zwei Filtermodule kaputt. “Eine Membran kostet rund 8 000 Euro netto.
Der komplette Austausch der beiden Aggregate käme somit in Richtung 30 000 Euro”, sagt er. Die Alternative, nämlich mit personellem und technischem Mehraufwand die beiden kaputten Filter auszugleichen koste ungleich weniger – vor allem, da das nicht als Dauerlösung geplant ist. Der Austausch der kompletten Filteranlage soll dann in der Sommerschließzeit erfolgen. Auf die Wasserqualität habe das aber nur minimalen Einfluss: “Von den 61 bakteriologischen Untersuchungen wurde keine einzige beanstandet – und im Bereich der chemischen Analyse gab es bei über 1 000 untersuchten Parametern 121 Probleme, einen falschen pH- oder Chlorwert etwa. Außerdem wird ein wichtiges Standbein des Bades radikal geändert – die Krankenkassen schrauben ihr Engagement für Präventionskurse zurück.” Diese waren mit 20 Kursen im Vorjahr eine feste Größe – ähnlich dimensioniert wie die 27 Seepferdchen-Kurse für die Steppkes aus Schule und Kindergärten.
Durch den Verdienstausfall entstandene Lücken im Bewirtschaftungskonzept konnten teilweise durch den Wegfall von Betriebskosten kompensiert werden – dennoch wird der Zuschuss, den die Stadt für den Betrieb des Bades leisten muss, größer: Rund 168 000 Euro werden fällig für das vergangene Kalenderjahr. “Im Vergleich zu den fast 280 000 Euro vor fünf Jahren ist es jedoch trotzdem die richtige Entscheidung, die Betriebsführung in die Hände Dritter zu legen”, so Petra Kuhnert (CDU).
Die Eintrittspreise in der Gräfenhainichener Schwimmhalle wurden zuletzt vor zwei Jahren bei der Einführung neuer Tarife geändert – für 2012 sieht der Midewa-Projektleiter Holger Reinsch keinen Bedarf, etwas zu ändern. Besucher locken die Mitarbeiter der Schwimmhalle unter anderem durch die sechs Großwasserspielzeugtage, den Tag des Wassers, einen Informationstag “Herz” und der Biberfestwoche im Herbst. Die Kundenzufriedenheit stieg in den Umfragen auf einer Schulnotenskala von einer 1,9 im Jahr 2010 auf eine 1,5 im Jahr 2011, hieß es vor den Stadträten.
Tags: Bad, Baden, Freizeit, Gräfenhainichen, Halle, Hallenbad, Hobby, Schwimmbad, Schwimmen, Wasser, Wassersport



![[Google]]( http://dcrc.de/wp-content/plugins/easy-adsense-lite/google-light.gif)